Corona: Lukaschenko empfiehlt Wodka und Sauna

Freitag, 3 April, 2020 - 09:32

Die Fußballwelt steht still – doch in Weißrußland rollt weiter der Ball, und auch sonst geht das Leben weiter. Denn: der weißrussische Präsident Lukaschenko hält nichts von der Corona-Hysterie in weiten Teilen der Welt. In der Hauptstadt Minsk spielte der 65jährige, der seit 1994 im Amt ist, am Samstag demonstrativ Eishockey. Die Gefahr einer Ansteckung hält er für übertrieben: „Hier gibt es keinerlei Viren.“ Er habe nicht bemerkt, daß sie herumfliegen. „Das ist ein Kühlschrank.“ Sport, „besonders Eissport“, sei „die beste Antiviren-Medizin“.

Schon früh erklärte Lukaschenko die Reaktionen der meisten anderen Staaten Europas für übertrieben: „Mit dieser Psychose haben wir heute die Wirtschaft fast auf der ganzen Welt zum Stillstand gebracht“, sagte er.

Gegen die Verbreitung des Virus rät Lukaschenko hingegen zum Konsum von Wodka, Saunagängen und landwirtschaftlicher Arbeit wie Traktorfahren. Gegenüber einem lokalen TV-Sender erklärte er dieser Tage: „Es ist besser, stehend als auf Knien zu sterben.“

So oder so hat Lukaschenko, den westliche Medien oft als „letzten Diktator Europas“ denunzieren, mit seiner verordneten Fortsetzung des normalen Wirtschafts- und Sportlebens erreicht, daß die höchste weißrussische Fußball-Liga neue Verträge mit internationalen TV-Sendern bekommen hat.