Russland und Weißrussland verstärken Verteidigungs-Kooperation

Sonntag, 2 Mai, 2021 - 07:44

Angesichts wachsender Zumutungen vonseiten der westlichen Nachbarländer wollen Rußland und Weißrußland künftig in Verteidigungsangelegenheiten enger zusammenarbeiten. „Es gibt lebenswichtige Dinge, die einfach verstärkt werden müssen – dazu gehört die Sicherheit und die Verteidigung unseres Unionsstaates“, sagte der weißrussische Präsident Lukaschenko der Staatsagentur Belta zufolge bei einem Treffen mit Kremlchef Putin in Moskau. „Und wir werden Linien ziehen, die niemand überschreiten sollte.“

Zuvor hatte bereits Putin den Westen vor dem Überschreiten einer „roten Linie“ gewarnt. „Wo sie verläuft, das werden wir in jedem konkreten Fall selbst entscheiden“, hatte er am Mittwoch bei seiner Rede an die Nation gesagt. Auch Lukaschenko drohte mit „angemessenen Reaktionen“, ohne aber konkret dabei zu werden.

Die beiden verbündeten Länder haben in einem Vertrag über einen Unionsstaat eine enge Kooperation in verschiedenen Bereichen verabredet. Die beiden Präsidenten sprachen sich wiederholt für eine vertiefte Zusammenarbeit aus. „Es gibt noch viel zu tun, aber es wurde auch viel getan“, sagte Putin. Lukaschenko kündigte die Verabschiedung weiterer Vereinbarungen an.

Eine engere Kooperation zwischen den beiden Ländern, die früher gemeinsam Teil der Sowjetunion waren, liegt vor dem Hintergrund jüngster westlicher Eskalationsversuche nahe. Während sich Rußland verstärkter Provokationen vonseiten der Ukraine gegenübersieht, hat der weißrussische Präsident Lukaschenko erst unlängst offenbar einen Putschversuch überstanden, hinter dem in russischen Geheimdienstkreisen westliche Drahtzieher vermutet werden.