Katholische Kirche: Amazonas-Synode spricht sich für Priesterweihe Verheirateter aus

29.10.2019

Die katholische Kirche demontiert sich weiter. Jetzt hat sich die Bischofssynode im Vatikan für die ausnahmsweise und auf eine Region beschränkte Priesterweihe von verheirateten Männern ausgesprochen. Die Mehrheit der Teilnehmer des Treffens zu Problemen im Amazonas-Gebiet schlug in Rom vor, „geeignete und anerkannte Männer“ im Regenwaldgebiet zu katholischen Priestern weihen zu können, auch wenn sie eine Familie haben.

Einige Teilnehmer hätten sich auch dafür ausgesprochen, dieses Thema auf „universaler“ Ebene anzugehen, heißt es in dem Abschlußdokument. Zugleich stimmten die Synodenteilnehmer für eine neue Diskussion über Frauen in geistlichen Ämtern.

Der Zölibat und die Frauenordination zählen seit Jahren zu den „umstrittenen“ Themen in der katholischen Kirche. Bisher sind entsprechende Vorstöße immer gescheitert. Der Priestermangel im Amazonas-Gebiet liefert links-progressiven Kirchenkreisen nun aber neue Argumente, den Kreis der Geistlichen über ehelose Priester hinaus auszudehnen. Die Synode will ausdrücklich betont wissen, daß der Zölibat – also die Pflicht zur Ehelosigkeit von Priestern – grundsätzlich nicht in Frage gestellt wird.

Daß es dennoch um Grundsätzlichzes geht, zeigt sich daran, daß auch die Frauenfrage im Zuge der Amazonas-Synode hochkochte. So sprechen sich die Synodenteilnehmer für mehr Frauen in Führungspositionen aus – ohne präziser zu werden. Stattdessen erinnert das Papier bei der Frage, ob Frauen zu Diakonninen geweiht werden könnten, an eine Studienkommission, die der Papst schon 2016 dazu eingerichtet hatte.

Über das Abschlußdokument durften dann nur Männer abstimmen – was bei den teilnehmenden Frauen Irritationen auslöste. Die Streitthemen Frauen und Priesterweihe für Verheiratete überschatteten letztlich das eigentliche Thema der Synode, die Umweltzerstörung in der Amazonas-Region, die Abholzung des Regenwaldes und die Ausbeutung indigener Völker und führten so unfreiwillig vor Augen, wie sehr die katholische Frage in zwei zentralen Fragen ihres Selbst- und Traditionsverständnisses bereits gespalten ist.