Hagia Sofia: Der Papst empfindet „großen Schmerz“

Samstag, 18 Juli, 2020 - 10:36

Papst Franziskus hat jetzt die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee mit Nachdruck kritisiert. Er empfinde „großen Schmerz“, wenn er an das Wahrzeichen in Istanbul denke, erklärte er am Sonntag in Rom. Der Papst reiht sich damit ein in eine Reihe kritischer Stimmen, die sich in den letzten Tagen zur umstrittenen Entscheidung der Türkei geäußert hatten.

Dort hatte das Oberste Verwaltungsgericht am Freitag den Status des berühmten Bauwerks als Museum aufgehoben. Präsident Erdogan unterzeichnete darauf ein Dekret zur Nutzung der Hagia Sophia als Moschee. Papst Franziskus hatte die Hagia Sophia 2014 im Rahmen seines Staatsbesuchs in der Türkei besucht.

Die Hagia Sophia („Göttliche Weisheit“) wurde 537 als Reichskirche des griechisch-orthodoxen Kaiserreichs Byzanz geweiht und war die größte Kirche des Christentums. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurde sie 1453 zur Moschee und mit Minaretten versehen. Staatsgründer Atatürk machte sie 1934, seinem laizistischen Kurs folgend, zum Museum – dieser Schritt wird jetzt im Zuge der Re-Islamisierung der Türkei durch Erdogans AKP-Partei demonstrativ rückgängig gemacht.