Katholische Kirche in Deutschland schrumpft wegen Austritten

Sonntag, 7 Juni, 2020 - 08:28

Die Katholische Kirche befindet sich weiter im Sinkflug. Sie hat im zurückliegenden Jahr offenbar so viele Kirchenaustritte hinnehmen müssen wie noch nie. „Wir wissen bereits, daß es im vorigen Jahr noch einmal einen erheblichen Anstieg gegeben hat“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. 2018 waren 216.000 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten, der Rekord aus dem Jahr 2014 lag mit 218.000 Austritten nur wenig höher.

Anders als in diesen beiden Jahren mit den höchsten Austritten gab es 2019 nach Einschätzung von Bätzing keine innerkirchlichen Skandale als Impuls für einen Austritt. Die Menschen fragten sich aber wohl, ob die Kirche es ihnen noch wert sei, daß sie ihr Monat für Monat ihr Geld gäben. „Das wird sich durch den wirtschaftlichen Druck im Zuge der Corona-Krise mit Sicherheit noch verstärken, gerade in der mittleren Generation.“

Durch die Corona-Krise erwarte man zudem einen „starken Einbruch“ der Einnahmen aus der Kirchensteuer, sagte Bätzing. In Deutschland hat die römisch-katholische Kirche derzeit rund 23 Millionen Mitglieder, das sind 27,7 Prozent der Bevölkerung.