Vucic in Moskau: es gibt nur "MIG"

21.12.2016

Heute besucht Serbiens Premierminister Aleksandar Vucic, zusammen mit dem Verteidigungsminister Zoran Djordjevic Moskau und trifft zum Gespräch mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu zusammen. Es ist geplant, einen Auftrag zur Lieferung bestimmter Arten von Waffen, darunter Flugzeugen "MIG-29" und möglicherweise eines Raketenabwehrsystems, zu unterzeichnen.

Verteidigungsdoktrin

Vor seinem Besuch in Russland sagte Aleksandar Vucic sagte, dass Serbien keine aggressiven Pläne habe und niemanden angreifen wird, und der Kauf von sechs Flugzeugen (nach dem Abschluss des heutigen Deals werden es insgesamt 10 für Serbien) dient nur zur Modernisierung der Verteidigungssysteme. Der Premier Serbiens sagte, dass Belgrad sich verteidigen können muss, um unabhängig zu bleiben

Hintergrund

Diese Bemerkung war höchstwahrscheinlich auf die Militarisierung von Kroatien gerichtet, auf welche sich die Aufmerksamkeit des Außenministers Russlands Sergej Lawrow zog. Beim letzten zweitägigen Besuch in Belgrad merkte er, dass sich Zagreb schnell bewaffnet, dabei aber mit der Art der Waffen, die "nicht für die Verteidigung" vorgesehen sind. Doch vor diesem Besuch in Serbien hielt Vucic einige Treffen im NATO-Hauptquartier, und auch unmittelbar nach dem Gespräch mit Lawrow flog er nach Brüssel - zum Treffen mit Federica Mogherini. Sergej Lawrow und die russische Delegation war zu dieser Zeit von Politiker begleitet, die immer loyal zu Russland waren, im Gegensatz zum Premierminister, und zwar vom Serbischen Verteidigungsminister Ivica Dacic und von Präsident Tomislav Nikolic.

Russische Vorrecht

Der Verteidigungssektor gilt für Russland seit jeher als Grundlage für denAufbau der internationalen Beziehungen. Durch solche Abkommen unterzeichnet Belgrad seine Treue zu Moskauer. Für Russland ist es jedoch notwendig, auch das Potenzial der Zusammenarbeit in anderen Bereichen zu stärken, z. B. in "soft power", wie es Washington tut. Zahlreiche Besuche von Vucic in NATO – Hauptquartier bringen die Worte des NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg immer wieder zum klingen, dass Serbien früher oder später der NATO beitreten wird. Somit, bleibt die Verteidigungsaspekt in den russisch-serbischen Beziehungen dominant.