Ost-Ausschuß der deutschen Wirtschaft über US-Sanktionen: „Unfaßbarer Tiefpunkt“

21.07.2020

Die penetranten amerikanischen Sabotageversuche gegen das russisch-deutsche Pipelineprojekt Nord Stream 2 stoßen auch der deutschen Wirtschaft sauer auf. Laut dem Vorsitzenden des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes, sind die jüngsten amerikanischen Drohungen und Sanktionen ein beispielloser Eingriff in die europäische Energiesouveränität.

In einer aktuellen Presseerklärung aus Hermes´ Büro heißt es dazu wörtlich: „Die Androhung sofortiger US-Sanktionen gegen am Projekt Nord Stream 2 beteiligte europäische Unternehmen markiert einen unfaßbaren Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen. Quasi über Nacht und ohne Konsultationen mit europäischen Verbündeten werden bestehende Ausnahmeregelungen gekippt und rund 120 Unternehmen aus zwölf europäischen Ländern unmittelbar mit US-Sanktionen bedroht. Bereits umgesetzte Investitionen in Höhe von zwölf Milliarden Euro sind gefährdet.“

Hermes zufolge müssen alle europäischen Gasverbraucher mit jährlichen Mehrkosten von bis zu vier Milliarden Euro rechnen, da der beispiellose amerikanische Eingriff in die europäische Energiesouveränität zu einer Verknappung des Angebots und damit zu überhöhten Preisen führen wird.

„Die USA treten damit den freien und fairen Wettbewerb mit Füßen und nutzen Sanktionen ohne Hemmungen zur Durchsetzung eigener Wirtschaftsinteressen. Der EU bleibt nichts anderes übrig, als in gebotener Schärfe auf diesen Erpressungsversuch zu reagieren“, schreibt Hermes weiter. Die EU-Kommission müsse alle Angriffe von außen auf ihre Souveränität abwehren und dazu „schnell einen harten Maßnahmenkatalog vorstellen“, so Hermes weiter. Nicht zuletzt werde nun ein „wirksamer Schutzschirm“ für die betroffenen europäischen Unternehmen benötigt.

Hermes ließ es sich nicht nehmen, daran zu erinnern, daß die seit 2014 geltenden EU-Sanktionen gegen Rußland dazu beigetragen hätten, daß der deutsch-russische Handel jährlich rund 20 Milliarden Euro unter seinem vormaligen Niveau liegt.