Berlin hält an Nord Stream 2 fest

Montag, 15 Juni, 2020 - 09:16

Die Bundesregierung hält trotz der jüngsten amerikanischen Sabotageversuche an der russisch-deutschen Gaspipeline Nord Stream 2 fest, lehnt aber offizielle Stellungnahmen zum amerikanischen Störfeuer ab. Das teite eine Vertreterin des Bundeswirtschaftsministeriums auf Anfrage der russischen Agentur RIA Novosti mit. Es werde keinen Kommentar geben, sagte die Regierungsvertreterin. Deutschlands Position zu den extraterritorialen Sanktionen sei aber klar: Berlin lehne diese ab.

Die neuen US-Strafmaßnahmen, die dieser Tage in Gestalt eines Gesetzentwurfs im Senat eingebracht wurden, sollen auch jene Unternehmen treffen, die für die Versicherung der für die Fertigstellung des Projekts eingesetzten Schiffe zuständig sind. Von Sanktionen sollen künftig auch Firmen betroffen sein, die mit der Zertifizierung und den Inspektionen der Pipeline-Abschnitte beauftragt sind.

Auch Rußland bleibt Nord Stream 2 treu. Kremlchef Putin machte wiederholt klar, daß Rußland das Projekt umsetzen könne, ohne ausländische Partner mit heranzuziehen. Putin zufolge wird Nord Stream 2 vor Ende dieses Jahres oder im ersten Quartal 2021 in Betrieb genommen. Auch Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte, daß das Unternehmen über alle Mittel verfüge, um den Bau selbst abzuschließen, dies werde jedoch mehr Zeit brauchen.