Wendehälse: Medien finden plötzlich deutliche Worte für Merkels Corona-Politik

Dienstag, 28 April, 2020 - 08:32

Mehrere etablierte Leitmedien erwarten angesichts der ab Montag geltenden Maskenpflicht offenbar einen Umschwung der öffentlichen Stimmung und versuchen sich in einer vorsichtigen Kurswende. So spricht sich Julian Reichelt in der „Bild“-Zeitung (26.04.) unter der Überschrift „Schluss mit Starrsinn in der Corona-Politik!“ für mehr Pragmatismus aus und kritisiert in diesem Zusammenhang den bisherigen Kurs von Regierung und Behörden scharf. Das Blättchen ruft in Erinnerung:

„(…) nahezu alle Experten, denen wir uns in dieser Krise anvertrauen (müssen), lagen mit nahezu jeder Einschätzung so falsch, dass unser Glauben an sie sich nur noch mit Verzweiflung erklären lässt. Sie haben das Tragen von Masken nahezu verhöhnt. Nun ist es Pflicht. Sie haben davor gewarnt, Schulen und Kitas zu schließen. Nun sind Millionen Kinder seit Wochen zu Hause. Sie haben als nutzlos abgetan, die Grenzen abzuriegeln. Nun kommt niemand mehr ins Land. Sie haben trotz aller Maßnahmen immer wieder vor dem unmittelbar bevorstehenden Kollaps unseres Gesundheitssystems gewarnt. Nun herrschen auf Krankenhausfluren gespenstische Ruhe und Angst vor Arbeitslosigkeit. Das Robert-Koch-Institut riet davon ab, Corona-Tote zu obduzieren. Nun geschieht es trotzdem und Rechtsmediziner sagen, dass bei Weitem nicht alle Toten tatsächlich an Corona gestorben seien.“

Mit bemerkenswerter Deutlichkeit unterstreicht der „Bild“-Kommentator die Verantwortung der Bundesregierung für eine schon jetzt irreparable Schädigung der Volkswirtschaft infolge der Corona-Maßnahmen. Reichelt orakelt: „Die deutsche Wirtschaft vorschnell ruiniert zu haben, wäre für keine Partei, vielleicht nicht einmal für die Demokratie überlebbar. Deswegen erleben wir zunehmend Sturheit, Starrsinn und Rechthaberei – ‚erinnert mich an Flüchtlingskrise‘, sagt mir ein Mitglied aus Merkels Regierung.“ Und weiter: „Die Stärke der Demokratie ist, dass sie auch die unbequemsten Debatten aushält. Wenn sie sie aber verhindert, macht die Demokratie sich überflüssig.“

Auch die „Berliner Zeitung“ mutmaßte am 24. April unter dem Titel „Die Stimmung wird kippen“: „Die Politik hat jedes Maß verloren. Ihre Verordnungen greifen tief in unser Leben ein. Vieles wird zerstört. (…) Die Stimmung kann jederzeit kippen – und sie wird kippen.“ Denn die aktuellen Corona-Maßnahmen, vor allem der nunmehr flächendeckend vorgeschriebene Maskenzwang, sind dabei, die gewohnte Lebenswelt der Vor-Corona-Zeit in vielen Bereichen gründlich zu ruinieren und viele Deutsche in Arbeits- und Erwerbslosigkeit zu stürzen. Die derzeit noch breiten Mehrheiten, die die Einschränkungen zur Bekämpfung der Epidemie unterstützen, könnten dann rasch dahinschmelzen.

Fazit des Blattes: „Die vermummten Gesichter, die wir ab Montag sehen werden, sind erst der Anfang einer tiefgreifenden Veränderung. Es wird keine schöne, neue Welt.“