USA: Jetzt Boykott des iranischen Raumfahrtprogramms

Freitag, 6 September, 2019 - 08:04

Die US-Regierung bleibt auf hartnäckigem Konfrontationskurs. Jetzt hat sie zu allen anderen Boykottmaßnahmen auch noch das iranische Raumfahrtprogramm mit Sanktionen belegt. Teheran nutze die zivile Einrichtung und zwei damit verbundene Forschungszentren, um sein militärisches Raketenprogramm voranzutreiben, erklärte das US-Außenministerium. Einige vom Raumfahrtprogramm entwickelte Technologien seien „praktisch identisch“ mit jenen, die für ballistische Raketen benötigt würden.

Zudem ermögliche das Raumfahrtprogramm dem Iran, Erfahrung mit Technologien zu sammeln, die für Interkontinentalraketen benötigt würden, hieß es weiter. Die Sanktionen beziehen sich auf die Iranische Raumfahrtagentur (ISA), das Iranische Zentrum der Raumfahrtforschung (ISRC) und das dazugehörige Institut für Astronautik (ARI). Mit der Eintragung in das US-Sanktionsregister werden auch mögliche Vermögen dieser Einrichtungen in den USA blockiert. Zudem können nun auch Personen, die die Einrichtungen unterstützen, mit Sanktionen belegt werden. „Diese Maßnahme sollte der internationalen Wissenschaftsgemeinde als Warnung dienen, daß eine Zusammenarbeit mit dem Iran bei Trägerraketen dem ballistischen Raketenprogramm helfen könnte“, so das Ministerium.

Irans Raketenprogramm war erst vergangene Woche in den Fokus gerückt, nachdem es Berichte über die Explosion einer Rakete bei einem Satellitenstart gab. Der Iran dementierte den Vorfall zunächst. US-Präsident Donald Trump veröffentlichte am Freitag über Twitter ein Foto, das offenbar die Startrampe nach der Explosion zeigte.