US-Sanktionen fördern russisch-chinesische Kooperation: Bis 2024 verdoppelter Handelsumsatz

Dienstag, 20 August, 2019 - 09:23

Die wirtschaftliche Verflechtung im eurasischen Raum wächst. Jetzt teilte der neue chinesische Botschafter in Rußland, Zhang Hanhui, bei einer Pressekonferenz in Moskau mit, daß Rußland und China ihren Handelsumsatz innerhalb von fünf Jahren auf 200 Milliarden US-Dollar verdoppeln wollen.

Es seien bereits alle Hindernisse beseitigt worden, die die sich schnell entwickelnde Zusammenarbeit behindern könnten, sagte Zhang Hanhui. Er teilte auch gleich einen ehrgeizigen Zeitplan mit: „Bis 2024 werden wir einen Handelsumsatz von 200 Milliarden US-Dollar erreichen. Ich denke, dieses Ziel ist erreichbar, weil sich die Handels- und Wirtschaftskooperation von nun an rasant entwickelt.

Diese Zahl wurde zuvor bereits vom russischen Minister für Wirtschaftsentwicklung Maxim Oreschkin angekündigt. Laut chinesischen Zolldaten stieg das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern allein in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres um fast fünf Prozent.

Der chinesische Diplomat wies darauf hin, daß Peking Moskau als einen vertrauenswürdigen Partner betrachte und seine Märkte immer mehr für russische Produkte öffne.

Einer der Gründe für die zunehmend enger werdende Kooperation ist der laufende Handelskrieg, den die USA gegen Peking vom Zaun gebrochen haben. Während Importe aus den USA, insbesondere im Agrarbereich, reduziert werden, braucht China neue Lieferanten und betrachtet Rußland als gute Alternative. Zhang betonte: „Rußland ist das zuverlässigste Land.“ Sein Land sei auch daran interessiert, die Importe an russischem Gas zu steigern.

Derzeit liegen russische Gaslieferungen nach China noch hinter Katar, Australien und einigen zentralasiatischen Staaten, doch der riesige chinesische Markt hat laut Zhang „enormes Potential“ für Moskau. 2014 schlossen beide Staaten einen Gasvertrag ab, der den Grundstein für den Bau der Pipeline Power of Siberia legte. Das Projekt mit einer jährlichen Exportkapazität von 38 Milliarden Kubikmetern soll bereits am 1. Dezember in Betrieb gehen.