Unruhen in Katalonien: „Offene Schlacht in Barcelona“

Sonntag, 20 Oktober, 2019 - 18:52

In der spanischen Unruheregion Katalonien sind wieder Unruhen ausgebrochen. Bei Protesten gegen die jüngst ergangenen Urteile für neun Separatistenführer ist es in der Nacht auf Mittwoch zu massiven Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Teils vermummte Demonstranten setzten unter anderem in der Regionalhauptstadt Barcelona Barrikaden und Kartons in Brand, warfen Gegenstände und beschimpften Polizisten.

In verschiedenen Städten der Region im Nordosten des Landes sind laut Medienberichten 25 Menschen festgenommen worden, darunter in Barcelona, Tarragona und Lleida. 74 Menschen mußten wegen Verletzungen behandelt werden.

Auf Fotos waren brennende Straßen zu sehen. „Offene Schlacht in Barcelona“, titelte die katalanische Zeitung „La Vanguardia“ in ihrer Online-Ausgabe. Die Festnahmen seien wegen Angriffen auf Beamte oder Gefährdung der öffentlichen Ordnung erfolgt, hieß es in den Medien.

Das Oberste Gericht in Madrid hatte im Zuge des illegalen Abspaltungsreferendums vom Oktober 2017 am Montag lange Haftstrafen für frühere katalanische Spitzenpolitiker von bis zu 13 Jahren verhängt. Zu den anschließenden Kundgebungen hatten die zivilen Organisationen „Katalanische Nationalversammlung“ (ANC) und Omnium Cultural aufgerufen, deren frühere Chefs ebenfalls auf der Anklagebank saßen und zu jeweils neun Jahren Gefängnis verurteilt worden waren. Bereits nach der Verkündung der Urteile war es am Montag zu Protesten gekommen.