Terrorismus in Frankreich: „Das ist ein islamistischer Anschlag.“

Dienstag, 27 April, 2021 - 09:23

Nach einer tödlichen Messerattacke auf eine Polizeimitarbeiterin im Pariser Vorort Rambouillet will die Regierung härter gegen den Terrorismus vorgehen und dafür die Gesetzgebung verschärfen. Die Bedrohung durch den Terrorismus sei immer noch groß, sagte Innenminister Darmanin. Mit Blick auf den Anschlag am Freitag stellte er klar: „Das ist ein islamistischer Anschlag.“

Die Gesetzesverschärfung wird seit längerem vorbereitet und soll unter anderem Hausdurchsuchungen erleichtern. Eine Debatte im Kabinett ist am Mittwoch geplant. Darmanin sagte, seit 2017 seien 36 Attentate im Land vereitelt worden. Der inländische Geheimdienst, der im Anti-Terror-Kampf eine Schlüsselrolle spielt, wurde in den zurückliegenden vier Jahren um 1.900 Mitarbeiter verstärkt.

Ermittler wollen inzwischen Hinweise auf eine „Radikalisierung“ des Täters von Rambouillet aufgespürt haben. Der aus Tunesien stammende Jamel G. habe bei dem Messerangriff auf  eine 49jährige in der Polizeidienststelle „Allahu akbar“ („Allah ist der Größte“) gerufen, sagte der Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard. Dies hätten zwei Zeugen bestätigt. Die Frau starb nach zwei Messerstichen in den Unterleib und die Kehle.

Unmittelbar vor der Tat habe der 36jährige ein Video mit religiösen Gesängen abgerufen, die den Jihad verherrlichten. Der Angreifer war an Ort und Stelle von der Polizei getötet worden. Der Mann, der erst seit Dezember eine befristete Aufenthaltsgenehmigung hatte, war den Sicherheitsbehörden nicht bekannt gewesen, wie Ricard berichtete.

Der Mordanschlag hat in Frankreich für große Empörung gesorgt. „Die Republik wird erneut angegriffen“, sagte Premierminister Jean Castex. Frankreich wird seit Jahren von islamistischen Anschlägen erschüttert. Mehr als 250 Menschen wurden dabei getötet.