Südafrika verbietet frühere Nationalflagge: „Haß gegenüber schwarzen Menschen“

Dienstag, 27 August, 2019 - 08:03

Auch das „demokratische“, multikulturelle Südafrika, das sich gern als weltoffene „Regenbogen-Nation“ präsentiert, bekommt nun seine Gesinnungsjustiz. Jetzt hat ein Gericht in Johannesburg das Hissen der früheren Nationalflagge als „Diskriminierung“ und Verstoß gegen das Gleichstellungsrecht gerügt. Die Flagge darf allerdings weiter bei bestimmten Anlässen gezeigt werden.

Das Hissen verstoße gegen das Gleichstellungsrecht und stelle eine unfaire rassistische Diskriminierung dar, erklärte der Johannesburger Richter Phineas Mojapelo in seinem Urteil. „Die Menschen, die die Flagge hissen, stellen Unterdrückung über Freiheit“, so Mojapelo weiter. Das Zeigen der alten Flagge zeige „die klare Absicht, zu verletzen, und es verbreitet Haß gegenüber schwarzen Menschen.“

Allerdings machte der Richter klar, daß sein Urteilsspruch kein grundsätzliches Verbot der Flagge darstelle. Sie dürfe weiter bei historischen, künstlerischen oder pädagogischen Anlässen gezeigt werden.

Die orange-weiß-blaue Flagge war das Symbol des früheren weißen Minderheitssystems. Sie wurde im Jahr 1994 nach Wahlen, die den Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela ins Präsidentenamt brachten, abgelöst. Die Organisation „Nelson Mandela Foundation Trust“ hatte gegen das Fahnen-Hissen einen Antrag bei Gericht eingereicht und nun recht bekommen.