Schweden erwartet nur noch halb so viele Asylsuchende

Dienstag, 26 Juli, 2016 - 10:00

Strengere Grenzkontrollen in EU-Ländern und das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei wirken sich stark auf Schwedens Schätzungen zu ankommenden Asylbewerbern aus. Wie die Migrationsagentur heute mitteilte, geht das skandinavische Land von 30.000 bis 50.000 Menschen aus, die 2016 Schutz suchen werden. Im April rechnete die Migrationsagentur noch mit bis zu 100.000 Asylsuchenden.

Dass das Land seine Schätzungen nach unten korrigiert, hängt zum einen mit dem Türkei-Abkommen der EU zusammen. Es sieht vor, dass die EU über die Türkei eingereiste Flüchtlinge dorthin zurückschicken kann. In den vergangenen Monaten kamen daher deutlich weniger Flüchtlinge von der Türkei ins EU-Land Griechenland.

Auch die Schließung der Balkan-Route sowie strengere Identitätsprüfungen und Grenzkontrollen in Schweden und anderen EU-Ländern bremsten die Einwanderung.

Seit vergangener Woche schränkt ein neues Gesetz in Schweden vorübergehend die Möglichkeit ein, eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten. Das könnte die Schätzungen ebenfalls beeinflusst haben. 2015 wurden in dem Land 163.000 Asylanträge gestellt - so viele wie noch nie.

ORF (25.7.2016)

http://orf.at/stories/2351104/