Schriftsteller Peter Handke: Ehrungen für Solidarität mit Serbien

Donnerstag, 13 Mai, 2021 - 09:09

Wieder Wirbel um Peter Handke. Der 78jährige Schriftsteller aus Österreich, der 2019 bereits mit der Verleihung des Literaturnobelpreises an ihn für Schlagzeilen sorgte, ist jetzt wieder in den Medien-Fokus geraten. Bei seiner ersten Reise nach Serbien seit der Preisverleihung brach dort ein förmlicher Regen aus Auszeichnungen über ihn herein. Handke hat sich während und nach dem NATO-Überfall auf das frühere Jugoslawien im Frühjahr 1999 demonstrativ mit Serbien solidarisiert und prangert bis heute das vom Westen begangene Unrecht an.

In Serbien hat man ihm das nicht vergessen. In Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska (RS), nahm Handke laut APA bereits am Freitag den Orden der Republika Srpska entgegen, den ihm die RS-Präsidentin Zeljka Cvijanovic überreichte. In der ostbosnischen Stadt Visegrad ehrte ihn der Filmregisseur Emir Kusturica am selben Tag mit dem Großen Ivo-Andric-Preis.

Am Sonntagabend wurde Handke in Belgrad dann noch vom serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic der Karadjordje-Orden überreicht. Die höchste staatliche Auszeichnung Serbiens war Handke bereits im Vorjahr zuerkannt worden. Vucic dankte Handke laut ANSA für alles, was er für Serbien und das serbische Volk getan habe. Der Dichter selbst erklärte, er habe keine so hohe Anerkennung erwartet. „Ich wußte nur, daß ich den Präsidenten treffen und mit ihm einen Kaffee trinken würde. Ich habe mich nicht vorbereitet.“

In Sarajevo, der Hauptstadt Bosnien-Herzegowinas, reagierte man mit Ablehnung und Bestürzung auf Handkes Triumphzug. Die örtlichen Medien bezeichneten den Literaten als „Genozidleugner“.

Erst im April war ein gegen Handke angestrengtes Verfahren zur Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft eingestellt worden. Handke hatte 1999, während der NATO-Luftangriffe, einen serbischen Paß erhalten. Da in Österreich die doppelte Staatsbürgerschaft verboten ist, war das Aberkennungsverfahren in Gang gekommen. Handke hatte glaubhaft machen können, daß ihm der serbische Paß nur verliehen worden war, um ihm das Reisen in Serbien zu ermöglichen.