Rassismusverdacht: „Vom Winde verweht“ fliegt aus dem Angebot

Sonntag, 14 Juni, 2020 - 08:33

Die neue „Rassismus“-Zensur nimmt abenteuerliche Formen an. Jetzt hat der US-Streaming-Anbieter HBO, der zu Warner Media gehört, den Filmklassiker „Vom Winde verweht“ aus dem Angebot genommen – wegen „Rassismus“-Verdacht.

Der US-Filmklassiker von 1939 soll jetzt „überarbeitet“ werden. Es sollen Erklärungen zu den „rassistischen Vorurteilen“ und der „problematischen Darstellung“ der Sklaverei zur Seite gestellt werden, erklärte ein Sprecher. „Er wird mit einer Erläuterung seines historischen Kontexts und einer Distanzierung von den rassistischen Darstellungen ins Programm wiederaufgenommen werden“, hieß es laut „Hollywood Reporter“ in einer Erklärung des Unternehmens.

„Vom Winde verweht“ kam 1939 in die Kinos und erzählt die Geschichte der Gutsherrin Scarlett O’Hara in den US-Südstaaten während des Bürgerkrieges (1861 bis 1865). John Ridley, Drehbuchautor des Sklavendramas „12 Years a Slave“, hatte von HBO gefordert, den Streifen aus dem Angebot zu nehmen.

Auch die BBC hat ihr Programm überarbeitet und die Comedy-Serie „Little Britain“ wegen „Rassismus“vorwürfen aus ihrer Mediathek entfernt. Netflix strich die Serie ebenfalls aus dem Angebot. Einige Sketche gerieten nach den Protesten gegen den Tod des Afroamerikaners George Floyd in die Kritik der political correctness.

Auf der deutschen Amazon-Seite ist „Vom Winde verweht“ inzwischen in sämtlichen Variationen ausverkauft. Weder als DVD noch als Blu-ray ist der Streifen noch verfügbar.