Putin-Verfügung: Nur Russen dürfen Grundbesitz auf der Krim haben

Freitag, 27 März, 2020 - 16:55

Der russische Präsident Putin zeigt sich als Patriot: ziemlich genau sechs Jahre nach der erfolgreichen Angliederung der Krim an Rußland hat der Kremlchef jetzt verfügt, daß ausschließlich russische Staatsbürger Landbesitz auf der Krim haben dürfen. Betroffen von der Maßnahme sind insbesondere Krim-Bewohner, die keine Russen werden wollten, sowie Eigentümer aus der Ukraine.

Mit seinem Erlaß vom 20. März erklärte Putin die gesamte Krim zum „Grenzgebiet“, in dem Immobilienbesitz für „Ausländer, Staatenlose und ausländische Firmen“ verboten ist. Laut russischen Gesetzen müssen die Betroffenen nun innerhalb eines Jahres ihren Besitz auf der Krim verkaufen oder übergeben, andernfalls droht der Zwangsverkauf.

Die Anzahl der vom Erlaß potentiell betroffenen Personen und Firmen ist unklar. Ukrainische Beobachter gingen zuletzt von etwa 3.000 Krim-Bewohnern aus, die 2014 keine russischen Staatsbürger werden wollten und mit Aufenthaltsbewilligungen auf der ukrainischen Halbinsel leben. Über Immobilienbesitz vor Ort verfügte aber auch eine größere Zahl von Ukrainern, die nicht permanent auf der Krim wohnten.