Orbán warnt weiter vor Linksdrift in der EU

Dienstag, 26 März, 2019 - 08:41

Nachdem die ungarische Regierungspartei Fidesz unlängst innerhalb des Verbundes der europäischen Christdemokraten von ihren Mitgliedsrechten suspendiert wurde, zeigt Fidesz-Chef Orbán keine Neigung, in seinem Streit mit der EU klein beizugeben. In einem Radiointerview am Sonntag warnte er unverdrossen vor „nach links driftenden Parteien“ in Brüssel. Allerdings könne sein Land allein keinen Politikwandel erreichen, räumte er ein. Neben Polen hofft der Ministerpräsident nun, Italien als großes EU-Land als Verbündeten zu gewinnen.

Wörtlich sagte Orbán: „Ungarn ist zu klein, um seine Meinung in Europa durchzusetzen. Medien, NGOs, Universitäten in Europa sind alle gegen uns und können uns zerstören. Daher brauchen wir starke Verbündete.“ Die neue Regierung in Rom verfolgt eine ähnliche Einwanderungspolitik wie die ungarische unter Orbán.

Dieser forderte in dem Interview vom Sonntag seine Zuhörer auf, bei der Europawahl im Mai seine Partei zu wählen, um „den Brüsselern zu zeigen, daß in Ungarn das geschieht, was die ungarischen Menschen wollen“. Es gehe nicht an, daß „nach links driftende und rückende Parteien“ in Brüssel entschieden, was in Ungarn und in Europa geschehe. Die Brüsseler Politiker lebten „in einer Blase“, sagte Orbán.