Orbán lehnt Demutsgeste vor „Black Lives Matter“ ab

Samstag, 19 Juni, 2021 - 11:56

Der ungarische Ministerpräsident Orbán nahm in einer Pressekonferenz Stellung zu den jüngsten Vorfällen am Rande der aktuellen Fußball-Europameisterschaft. Dort hat sich jüngst ein regelrechter „Kulturkampf“ um die Frage entzündet, ob die Fußballspieler vor Spielbeginn der schwarzen „Black Lives Matter“-Organisation ihre Reverenz erweisen sollen, indem sie demonstrativ niederknien. Während sich zuletzt die belgische und die irischen Mannschaft dazu herabließen, lehnten es die ungarischen ebenso wie die russischen Fußballer demonstrativ ab. Die meisten der anderen Nationen blieben ebenfalls standhaft und knieten nicht vor dem Zeitgeist nieder.

Der staatliche ungarische Fernsehsender M1 fragte Orbán, was er davon halte, daß die Iren vor ihrem Spiel gegen Ungarn niederknieten. Orbáns Antwort: „Ich habe nicht die geringste Sympathie für das Niederknien, beim Sport geht es um etwas anderes, die Bedeutung solcher Gesten ist kulturell abhängig.“

Und dann wurde Orbán deutlich: „Ein Ungar kniet in drei Fällen nieder: vor Gott, vor seinem Land und wenn er um die Hand seiner Geliebten anhält. In allen anderen Fällen ist es kulturell fremd für uns. Wir erwarten von unseren Nationalmannschaften nicht, daß sie sich niederknien, wir erwarten das Gegenteil, daß sie gewinnen, daß sie kämpfen und wenn sie scheitern, dann ‚stehend sterben‘.“

Der regierungskritische Sender RTL Klub schob dann noch die Frage nach, was Orbán vom Auspfeifen der Iren durch die ungarischen Fans halte. Hierauf der Präsident: „Wenn man in einem Land zu Gast ist, sollte man die Einheimischen nicht provozieren.“