Nord Stream 2: Russische Kriegsschiffe begleiten Rohrverleger

Freitag, 21 August, 2020 - 13:35

Das Tauziehen um die russisch-deutsche Ostseepipeline Nord Stream 2 wird ruppiger: jetzt begleiten Schiffe der russischen Kriegsmarine die Rohrlegeschiffe, die am Bau des letzten Abschnitts der Pipeline beteiligt sind. Dies teilte der stellvertretende Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Mikhail Popow, mit.

„Die Anwesenheit [der Kriegsmarine] hat es ermöglicht, feindliche Aktionen von Schiffen ausländischer Flotten zu vermeiden. Ihr Interesse an dieser Maßnahme war groß“, sagte Popow verklausuliert.

Konkret geht es um den russischen Rohrverleger „Akademik Cherskiy“ sowie die Versorgungsschiffe „Ostap Sheremet“ und „Ivan Osipenko“, die sich im Frühjahr auf den Weg von Wladiwostok nach Königsberg (heute Kaliningrad) machten in, um die Arbeiten in der Ostsee zu unterstützen.

Die Rohrleitung ist mittlerweile zu 94 Prozent fertiggestellt. Von den 2460 Kilometern fehlen nur noch gut 150 – etwa 120 in dänischen und mehr als 30 in deutschen Gewässern. Der Bau war im Dezember unterbrochen worden, nachdem US-Präsident Trump Sanktionen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen ermöglicht hatte. Daraufhin stieg die Schweizer Firma Allseas, die zwei Schiffe zur Verlegung der Rohre stellte, aus dem Projekt aus. Im Juli drohte US-Außenminister Mike Pompeo eine Ausweitung der Sanktionen an, die auch deutsche Unternehmen treffen könnte.