Ministerin vergattert die Bundeswehr auf die „offene Gesellschaft“

Donnerstag, 23 Juli, 2020 - 08:21

Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) hat den 20. Juli – das Datum des mißglückten Stauffenberg-Attentats auf Hitler 1944 – genutzt, um die Bundeswehr einmal mehr gegen die frühere Wehrmacht und ihre tragenden Werte abzugrenzen. Heute gälten andere Werte, sagte sie.

Wörtlich erklärte sie bei einem feierlichen Gelöbnis im Bendlerblock in Berlin, das dort jedes Jahr am 20. Juli stattfindet: „Vorbild für die Bundeswehr kann aus dieser Zeit nur sein, wer zur Umkehr in der Lage war – wie die Widerstandskämpfer des 20. Juli.“ Und: „Es mag der einfache Wehrmachtssoldat tapfer gekämpft haben. Wenn seine Tapferkeit im Dienst einer Eroberungs-, Besetzungs- und Vernichtungsideologie stand, dann war sie vergebens.“

Heute bedeute Soldatentum hingegen, tapfer für die „offene Gesellschaft“ zu kämpfen, sagte die Verteidigungsministerin in Verkennung des Diensteides, der vom Bundeswehr-Angehörigen ausdrücklich verlangt, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu kämpfen“. Die Ehre liege in der Bundeswehr in der Verteidigung der Freiheit und der Demokratie, Treue bedeute Verfassungstreue, sagte sie. Und: „Pflicht ist eben auch die Pflicht zur Wachsamkeit, damit das Gift des Unfreiheitlichen, des Völkischen, des Militaristischen, des Extremismus aller Schattierungen und des Gewaltverherrlichenden unsere Bundeswehr nicht angreift.“