Messer-Angriff in London: Regierung verschärft die Gesetze

Dienstag, 18 Februar, 2020 - 09:53

In Großbritannien zieht die Regierung jetzt Konsequenzen aus dem jüngsten Messerangriff, bei dem am Sonntagnachmittag in einer belebten Einkaufsstraße im Süden London drei Passanten angegriffen wurden. Jetzt sollen die Gesetze für verurteilte Terroristen verschärft werden. Terroristische Straftäter werden künftig nicht mehr automatisch vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, stellte Justizminister Robert Buckland am Montagabend klar.

Laut Buckland können Gefangene künftig frühestens nach zwei Dritteln ihrer Haftzeit entlassen werden. Zudem werde jede vorzeitige Entlassung vorher durch die Bewährungsbehörden bewertet. Die neuen Maßnahmen sollen per Notstandsgesetzgebung eingeführt werden und auch für bereits inhaftierte Straftäter gelten.

Bei dem Täter vom Sonntag handelt es sich um den vorzeitig aus der Haft entlassenen Islamisten Sudesh Amman (20). Er wurde nach der Tat von der Polizei erschossen. Laut dem Sender „SkyNews“ kam er im Januar nach Verbüßung etwa der Hälfte einer rund dreijährigen Haftstrafe frei.

Premierminister Boris Johnson zeigte sich darüber verärgert und stellte die Frage, warum es kein strengeres Kontrollsystem gab, um die Tauglichkeit Ammans für eine vorzeitige Haftentlassung zu prüfen. Die Rehabilitierung von Islamisten sei „sehr, sehr hart und sehr schwer“, meinte er. Gegebenenfalls sei angesichts der überlasteten Sicherheitskräfte eine „Haftvariante“ besser.