Krise in Venezuela: Massenandrang auf kolumbianische Supermärkte

Dienstag, 12 Juli, 2016 - 14:00

Eigentlich ist die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien dicht - wegen Schmugglern. Weil Venezuela derzeit aber eine Versorgungskrise durchmacht, öffneten sich kurzfristig die Schlagbäume. 25.000 Menschen gingen einkaufen.

Seit Monaten sind die Regale in den Supermärkten in Venezuela leer. Lebensmittel werden von der Regierung abgefangen und nur an Unterstützer abgegeben. Um ihre Not zu lindern, hatten rund 500 Frauen die geschlossene Grenze nach Kolumbien überschritten. Nun öffnete die Regierung die Schlagbäume regulär. Zehntausende Venezuelaner nutzen die Möglichkeit für einen Einkauf.

Hygieneartikel und Grundnahrungsmittel

Der Ansturm auf die Geschäfte in den grenznahen Städten Cúcuta und La Parada begann am Sonntagmorgen. Teilweise kam es zu tumultartigen Szenen, bei denen die Menschenmenge einige Grenzposten regelrecht überrannte, wie örtliche Zeitungen berichteten. Viele Geschäfte waren innerhalb weniger Stunden leer gekauft. Neben Arzneimitteln kauften die Menschen besonders Hygieneartikel und Grundnahrungsmittel wie Speiseöl oder Mehl ein.

Der Gouverneur des kolumbianischen Departements Norte de Santander, William Villamizar, sprach von mehr als 25.000 Venezolanern auf Einkaufstour. Da die Grenze nur zu Fuß überquert werden konnte, stellte die kolumbianische Seite öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung.

tagesschau.de (11.7.2016)

http://www.tagesschau.de/ausland/venezuela-197.html