Kopenhagen geht voran: Dänemark schickt Asylanten nach Syrien zurück

Dienstag, 20 April, 2021 - 07:53

Zur Nachahmung dringend empfohlen: als erste europäische Regierung hat jetzt die dänische angekündigt, Syrer zurück in ihre Heimat schicken zu wollen. 94 Syrern wurde bereits die Aufenthaltserlaubnis entzogen. Der Minister für Ausländer und Integration, Mattias Tesfaye, sagte dem britischen „Telegraph“: „Wir haben den syrischen Flüchtlingen immer deutlich gesagt, daß ihre Aufenthaltserlaubnis zeitlich begrenzt ist.“ Die Hauptstadt Damaskus und ihre Umgebung, das Gouvernement Rif Dimaschq, seien inzwischen sichere Gebiete.

Von Anfang an sei man „offen und ehrlich“ mit den Syrern gewesen, hatte Tesfaye schon im Januar erklärt: „Wir müssen den Menschen Schutz gewähren, solange sie diesen brauchen. Aber wenn sich die Bedingungen im Heimatland verbessern, sollte ein ehemaliger Flüchtling nach Hause zurückkehren und sich dort ein Leben aufbauen.“

Die sozialdemokratische Premierministerin Mette Frederiksen sagte im Januar vor dem dänischen Parlament, ihr Ziel sei es, die Asylanträge in Dänemark auf Null zu drücken. Die Erreichung dieses Ziels könne man zwar nicht versprechen: „Aber wir können eine Vision erschaffen, wie wir es vor den Wahlen getan haben, daß wir ein neues Asylsystem wollen, und dann alles dafür tun, um es zu verwirklichen.“ Laut dem Wahlprogramm der Sozialdemokraten gefährdet ein Zuviel an ungeregelter Immigration den sozialen Zusammenhalt im Land.

2020 verzeichnete Dänemark bereits die niedrigste Zahl an Asylbewerbern seit Beginn der Dokumentation im Jahr 1998. Ganze 1547 Asylsuchende wurden im Laufe des vergangenen Jahres registriert, eine extrem niedrige Zahl.