Hollywood verordnet sich Minderheiten-Propaganda

Samstag, 12 September, 2020 - 00:00

Das war höchste Zeit – Kinofilme müssen künftig der üblichen linksliberalen Minderheiten-Propaganda Rechnung tragen, wenn sich ihr Regisseur Hoffnung auf einen „Oscar“ macht. Weiß, männlich, hetero geht künftig gar nicht mehr – Hollywood soll jetzt auf schwul, gender- und minderheitengerecht getrimmt werden.

Dafür hat die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, deren mehr als 9000 Mitglieder jedes Jahr die Oscar-Preisträger bestimmen, jetzt ein verpflichtendes Regelwerk ausgearbeitet, an dem sich künftig preisverdächtige Filme messen lassen müssen.

Ab sofort – d.h. spätestens 2024, wenn das neue Regelwerk in Kraft tritt – sollen beim „Oscar“-Wettbewerb mehr Frauen, mehr Vertreter von Minderheiten, mehr LGTB – also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans-Menschen – sowie Menschen mit Behinderungen vertreten sein. Richtschnur sind dabei vier Kriterien, von denen mindestens zwei erfüllt sein müssen: Vielfalt („diversity“) vor der Kamera, in der Filmcrew, im Produktionsstudio und bei anderen Bereichen zur Filmentwicklung und -veröffentlichung. „Vielfalt vor der Kamera“ bedeutet beispielsweise, daß mindestens eine Hauptrolle oder eine wichtige Nebenrolle mit einem Schauspieler einer ethnischen Minderheit besetzt sein muß. Oder daß bei mindestens 30 Prozent der Zweitrollen „unterrepräsentierte“ Gruppen zum Zug kommen.

„Obwohl die Academy Fortschritte gemacht hat, wissen wir, daß noch viel mehr getan werden muß, um Chancengleichheit in allen Bereichen zu gewährleisten“, erklärte Dawn Hudson, Vorsitzende der Academy, erst im Juni in einer Pressemitteilung. „Wir müssen uns mehr öffnen, damit sich die Vielfältigkeit unserer Weltbevölkerung sowohl bei der Produktion von Kinofilmen als auch beim Publikum, das sich mit ihnen verbindet, widerspiegelt“, sagten Academy-Präsident David Rubin und die Vorsitzende Dawn Hudson nun in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Seit der Social-Media-Kampagne #OscarsSoWhite hat die Akademie verschiedene Anstrengungen unternommen, um neue Mitglieder aufzunehmen. Die Zahl der Frauen und der nicht-weißen Mitglieder sollte sich bis 2020 verdoppeln. Das ist gelungen: 45 Prozent der diesjährigen Mitglieder sind Frauen, 36 Prozent von ihnen gehören Minderheiten an.

Auch wenn die neuen Kriterien für den Oscar offiziell erst ab 2024 gelten, müssen die Produzenten bereits 2022 und 2023 über die Vielfalt ihrer Produktionsteams Rechenschaft ablegen.