Hagia Sofia: Russischer Patriarch warnt vor Rückumwandlung in eine Moschee

Sonntag, 12 Juli, 2020 - 11:55

Die russisch-orthodoxe Kirche hat ihre Besorgnis über die mögliche Umwandlung der Hagia Sofia in Istanbul (Konstantinopel) in eine Moschee zum Ausdruck gebracht. Patriarch Kyrill von Moskau und ganz Rußland sprach jetzt in einer Erklärung von einer „Bedrohung für die gesamte christliche Zivilisation“.

Wörtlich heißt es in der Erklärung des Kirchenfürsten: „In der Geschichte der Beziehungen zwischen Rußland und Konstantinopel gab es verschiedene, manchmal sehr schwierige Perioden. Aber jeden Versuch, das tausend Jahre alte geistliche Erbe der Kirche von Konstantinopel zu entwürdigen und zu verletzen, hat das russische Volk – früher und heute – mit Bitterkeit und Empörung wahrgenommen. Die Bedrohung für die Hagia Sophia ist eine Bedrohung für die gesamte christliche Zivilisation und damit für unsere Geistigkeit und Geschichte.“

Bis heute sei die Hagia Sophia für jeden Menschen in Rußland, der sich als orthodox bezeichnet, ein großes christliches Heiligtum, sagte Kyrill weiter. Das russische Volk werde mit tiefem Schmerz darauf reagieren, was mit der Hagia Sophia passieren könne.

Der Patriarch wies außerdem auf die tiefen Beziehungen zwischen dem früheren christlichen Konstantinopel und der frühen russischen Geschichte hin: „Die Botschafter des Großfürsten Wladimir, die die Schwelle dieses Tempels überschritten hatten, waren von seiner himmlischen Schönheit fasziniert. Als der heilige Wladimir ihre Geschichte hörte, empfang er die Taufe und taufte die Rus, die nach ihm in eine neue geistliche und historische Dimension eintrat – die christliche Zivilisation.“