Frauenquote in Firmen-Vorständen: Jetzt macht auch Merkel Druck

Freitag, 3 Juli, 2020 - 21:40

Die Genderisierung der deutschen Unternehmenslandschaft soll jetzt Chefsache werden. Auch Bundeskanzlerin Merkel erklärte ihren Unmut an der derzeitigen Situation. Im Bundestag sagte sie wörtlich: „Ich halte es für absolut unzureichend, daß es immer noch börsennotierte Unternehmen gibt, in denen nicht eine einzige Frau im Vorstand ist.“ Und: „Das ist ein Zustand, den kann man nicht vernünftig finden.“

Über das Thema ist Merkel nach eigenen Angaben „im engen Gespräch“ mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), die eine gesetzliche Frauenquote für Unternehmensvorstände plant.

Merkel deutete im Bundestag an, daß sie eine Regelung noch vor dem Ende ihrer Amtszeit im kommenden Jahr anstrebe. „Geben Sie mir noch ein bißchen Zeit “, sagte sie. „Ich kenne die Grenzen meiner Amtszeit.“

Die Kanzlerin wertete in diesem Zusammenhang die seit 2016 geltende Frauenquote für die Aufsichtsräte großer Unternehmen als Erfolg: „Wir haben gesehen, daß bei unserer Quotenregelung in den Aufsichtsräten sich plötzlich ausreichend und genügend Frauen gefunden haben.“

Auch Familienministerin Giffey (SPD) hatte erst dieser Tage Unternehmen ohne genügend weibliche Führungskräfte erneut ausdrücklich gedroht. Widerstand gegen die Frauenquote in Unternehmens-Vorständen kommt bislang noch von der Union sowie aus Unternehmerkreisen.