Deutsche Industrie zahlt bis 2030 50 Prozent mehr für Strom

Dienstag, 18 Mai, 2021 - 16:25

Das macht den Industrie-Standort Deutschland gleich noch einmal attraktiver: für große Industriebetriebe wird der Strompreis bis zum Jahr 2030 auf das Eineinhalbfache steigen. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Prognos zum Stromgroßhandel. Ohne Steuern und Abgaben rechnen die Fachleute mit einem Anstieg von etwa vier auf sechs Cent je Kilowattstunde – ein Aufschlag von beinahe 50 Prozent.

Ursache seien die steigenden Preise für Erdgas und CO2. Zudem bezogen die Fachleute das neue deutsche Klimaziel für 2030 ein, das seit kurzem eine 65-prozentige Minderung von CO2 vorsieht.

Sowohl Industrie als auch private Haushalte zahlen bereits jetzt im europäischen Vergleich mit die höchsten Stromkosten. „Wenn in Deutschland nicht gegengesteuert wird, drohen zwangsläufig Betriebsschließungen und Standortverlagerungen“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dem „Handelsblatt“. Um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Maßstab zu erhalten, sei aus Sicht der Bayerischen Wirtschaft ein Industriestrompreis von unter vier Cent notwendig.

Die Studie wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) in Auftrag gegeben und erschien passend vor dem Online-Kongreß der Vereinigung am 11. Mai. Dieser befaßt sich mit der deutschen Energiepolitik und der Schwierigkeit, die Stromkosten mittels des Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zu senken.