„Dein Jahr für Deutschland“: Was hat es mit dem neuen Bundeswehr-Programm auf sich?

Sonntag, 11 April, 2021 - 08:09

Es klingt ein wenig nach letztem Aufgebot: Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) hat jetzt den Startschuß für den freiwilligen Dienst „Dein Jahr für Deutschland“ gegeben. 325 Freiwillige nehmen bereits an dem Programm teil.

Nach einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung sollen die Soldaten sechs Jahre lang für den Heimatschutz als Reservisten bereitstehen. Insgesamt werden zum Start tausend Plätze bereitgestellt.

Es solle eine Verwendung in den Streitkräften angeboten werden, „die nach der Grund- und Spezialausbildung möglichst im regionalen Lebensumfeld“ der zukünftigen Soldaten liege, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Es sei ein Angebot vor dem Einstieg ins Berufsleben, vor dem Beginn von Studium und Ausbildung, während einer beruflichen Veränderung oder während einer gewählten beruflichen Auszeit, um zunächst einen „zeitlich befristeten, sinnvollen Dienst“ in den Streitkräften zu leisten und anschließend flexibel in der Reserve.

Die Freiwilligen durchlaufen zunächst eine normale Grundausbildung, an die sich dann eine dreimonatige Spezialausbildung im Heimatschutz anschließt – Schwerpunkt ist dabei vor allem der Objektschutz. Die Ausbildung umfaßt aber auch Sanitätswesen und Brandschutz.

Natürlich darf auch in diesem Zusammenhang der Dauer-(K)rampf gegen Rechts nicht fehlen. Ausdrücklich erklärte Kramp-Karrenbauer, der Begriff „Heimatschutz“ für die neue Truppe sei gewählt worden, um ihn nicht „einfach den Rechten in diesem Land zu überlassen, die damit auch einen Mißbrauch betreiben.“ Und: „Es wird Zeit, daß wir diesen Begriff wieder in die demokratische Mitte holen, daß wir ihn zurückerobern.“

Der neue Dienst wird zunächst als Pilotprojekt der Streitkräftebasis geführt und ist zunächst auf ein Jahr festgelegt. Dann soll entschieden werden, wie es weitergeht.