Bundeswehr: Frauenanteil erhöhen – und Reservisten durchleuchten

Montag, 14 September, 2020 - 10:20

An der weiteren Demontage der Bundeswehr will sich auch die neue Wehrbeauftragte Eva Högl mit Nachdruck beteiligen. Sie möchte jetzt die Zahl der weiblichen Soldaten deutlich erhöhen: „Ein Anteil von 30 Prozent Frauen in der Bundeswehr, das würde der Truppe sicher guttun“, sagte die SPD-Politikerin der „Süddeutschen Zeitung“. Auch in Führungsfunktionen sollten die Soldatinnen stärker Verantwortung übernehmen.

20 Jahre, nachdem der Europäische Gerichtshof entschieden hat, daß Frauen auch zum Dienst an der Waffe zugelassen werden müssen, sei angesichts eines  Frauenanteils von derzeit etwa zwölf Prozent noch „Luft nach oben“, sagte Högl. Sie kritisierte auch den Umgang mit Frauen in Bundeswehr, die „noch nicht überall gleichermaßen respektiert“ seien. Dies werde unter anderem an Fällen von sexuellen Übergriffen deutlich.

Noch ein ganz wichtige Thema brennt der Wehrbeauftragten unter den Nägeln: der „Rechtsextremismus“. Künftig, dafür will sie sich starkmachen, sollen auch Reservisten vom Militärischen Abschirmdienst überprüft werden, bevor sie zum Dienst herangezogen werden. „Die Reservisten, die zum Dienst herangezogen werden, sollten vorher sicherheitsüberprüft werden“, sagte Högl der SZ, und: „Da wurde bislang zu wenig getan.“ Während seit 2017 alle Bewerber, die zur Bundeswehr wollen, automatisch eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, gebe es bei Reservisten bislang keine solchen lückenlosen Kontrollen.

Derzeit setzt die Bundeswehr jedes Jahr zwischen 16.000 und 18.000 Reservisten ein. Überprüft werden dabei nur diejenigen, die auf sicherheitsrelevante Posten eingezogen werden.