Aktionsplan der EU: Kommt bald Wasser in den Wein?

Freitag, 14 Mai, 2021 - 07:57

Brüssel plant einen weiteren Anschlag auf eine europäische Kulturtradition: der neue „Aktionsplan“ der EU zur „Verbesserung der Gesundheit der europäischen Bürger“ sieht vor, daß Winzer ihren Weinen künftig durch die Zugabe von Wasser Alkohol entziehen dürfen.

Dagegen läuft der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti Sturm und warnt vor einem „Mega-Betrug“ auf Kosten der Verbraucher, denen man „verwässerten Wein“ verkaufen wolle. Wenn Brüssel grünes Licht für diese Praktik gibt, würde das einen „sehr gefährlichen Präzedenzfall“ darstellen, der die Identität des italienischen und europäischen Weins gefährde.

„Die in Europa geltende gesetzliche Definition von Wein sieht das Verbot der Zugabe von Wasser vor“, warnte Verbandspräsident Ettore Prandini. „All dies ist Teil einer besorgniserregenden Situation für den Weinsektor, weil die EU-Kommission sogar Wein aus den Förderprogrammen für Agrar- und Lebensmittelprodukte streichen könnte, wahrscheinlich um die neuen verwässerten Getränke zu begünstigen“, so Prandini.

„Der Vorschlag der Verwässerung des Weins ist ein weiterer Schlag, nachdem Brüssel bereits die Zugabe von Zucker in den nordeuropäischen Ländern legalisiert hat. Die EU hat auch grünes Licht für Wein ,ohne Trauben‘ gegeben, das heißt, hergestellt durch die Gärung von Früchten, von Himbeeren bis zu Johannisbeeren“, ruft Coldiretti in Erinnerung.

Auch die italienische Regierung unterstützt das Anliegen des italienischen Landwirtschaftsverbands.