Absolute Kontrolle: Bayerische Polizei erfaßt 649 Verdächtige per Gesichtserkennung

Samstag, 17 April, 2021 - 10:07

Eine interessante Zahl: die bayerische Polizei hat im Jahr 2020 mit einem automatischen Gesichtserkennungsprogramm insgesamt 649 Verdächtige aufgespürt und namhaft gemacht. Die Zahl ging seit Beginn des Programms vor 13 Jahren ständig nach oben.

„Wir werden den Bereich der Gesichtserkennung stärken“, erklärte LKA-Präsident Harald Pickert nun gegenüber Medienvertretern.

Nach LKA-Angaben wurden im Jahr 2019 in Bayern 397 Identitäten mithilfe des Programms identifiziert, mehr als doppelt so viele wie 2018 (146). 2013 konnten erst 45 Tatverdächtige per Gesichtserkennung ausgemacht werden.

Das Gesichtserkennungsprogramm ermöglicht es, Bildmaterial, auf dem unbekannte mutmaßliche Täter zu sehen sind, mit Fotos aus einer Straftäter-Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) abzugleichen. Dabei mißt der Algorithmus unter anderem die Abstände zwischen Nase und Mund und filtert so die Personen aus der Datenbank heraus, bei denen es sich um den Gesuchten handeln könnte. Dann gleichen Gesichtsexperten die Bilder noch einmal ab, um auf Nummer sicher zu gehen. Seit 2018 hat das LKA noch einmal 600.000 Euro in den Ausbau seiner Gesichtserkennung investiert.

„Es ist eine erfolgreiche Geschichte“, sagte Pickert, besonders in Pandemie-Zeiten, in denen viele Menschen mit Mund-Nasen-Bedeckungen umherliefen. „Die Maske ist kein Hindernis“, sagte der Polizei-Obere. Man könne Verdächtige trotzdem identifizieren – beispielsweise an der Augenpartie.