Türkei gedenkt des Putschversuchs vor drei Jahren

23.07.2019

Die Türkei hat am vergangenen Montag an die Vereitelung des Putschversuchs vor drei Jahren erinnert. Präsident Erdogan legte Blumen am Denkmal für die Opfer des gescheiterten Militärputsches vor dem Präsidentenpalast in Ankara nieder. Später nahm er an einer Sondersitzung des Parlaments teil, bevor er nach Istanbul reisen wollte, um am Abend an der Bosporus-Brücke ein Museum zur Erinnerung an den Umsturzversuch zu eröffnen.

„Die Türkei sendet eine machtvolle Botschaft der Einheit und Solidarität an die Welt: Lieber sterben, als den Verrätern und Putschisten erlauben, unser Land, unsere Freiheit und unsere Würde zu zerstören“, erklärte Erdogans Sprecher Kalin auf Twitter.

Der Putschversuch vom Juli 2016 markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Landes. Am 15. Juli 2016 hatte ein Teil des Militärs versucht, die Regierung Erdogan zu stürzen und die Macht in der Türkei an sich zu reißen. Bei heftigen Gefechten mit regierungstreuen Militärs und Polizisten in Ankara und Istanbul wurden 251 Menschen getötet und fast 2200 weitere verletzt. Wie inzwischen bekannt ist, wurde Präsident Erdogan in der Putschnacht von russischen Geheimdiensten, die einschlägige Funksprüche des türkischen Militärs aufgefangen hatten, vor seiner drohenden Entführung gewarnt. Im Gefolge des niedergeschlagenen Putsches näherte sich Ankara dann zusehends an Moskau an, während die Beziehungen zu den USA abkühlten. Die Türkei beschuldigt die USA bis heute der Unterstützung der Putschisten.