Tschechischer Präsident Zeman warnt vor Hysterie: Antirussischer Hoax?

27.04.2021

Auch die tschechische Regierung befindet sich im Kielwasser der westlichen Eskalationspolitik seit einiger Zeit auf dem diplomatischen Kriegspfad gegen Rußland. Wegen des Verdachts, Rußland stecke hinter der Explosion in einem tschechischen Munitionslager vor mehr als sechs Jahren, hat die tschechische Regierung kürzlich eine Reihe russischer Diplomaten ausgewiesen.

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hält davon nichts. Er hat jetzt in einer Fernsehansprache vor „jeder Form von Hysterie“ gewarnt. Zeman sprach lediglich von einem „Verdacht“ und zählte zwei Ermittlungshypothesen auf: entweder erhärte sich der Verdacht gegen Rußland oder es stelle sich heraus, daß es sich um einen Unfall beim unsachgemäßen Umgang mit Munition gehandelt habe. „Ich hoffe, daß wir die Wahrheit erfahren werden“, sagte der Präsident. Er schloß auch nicht aus, daß die Affäre in Wirklichkeit ein „Geheimdienstspiel mit ernsten Folgen für unser innenpolitisches Leben“ gewesen sein könnte.

In Moskau wurden Zemans Ausführungen mit Zustimmung aufgenommen. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Leonid Sluzki, erklärte, die Aussagen belegten, „daß Prag keine wirklichen Grundlagen und Beweise hatte, um Anschuldigungen gegen Rußland zu erheben“. Prag solle sich vielmehr bei Rußland entschuldigen.