Trump: Iran-Deal aus persönlichen Gründen aufgekündigt

20.07.2019

Ein interessantes Detail: laut Medienberichten soll US-Präsident Trump den Atom-Deal mit Iran vor allem aus persönlichen Gründen einseitig aufgekündigt haben, um seinem Vorgänger Barack Obama eins auszuwischen. Die Zeitung „Mail on Sunday“ veröffentlichte jetzt weitere Details aus vertraulichen Depeschen des inzwischen zurückgetretenen britischen Botschafters in Washington. Darin schrieb Botschafter Kim Darroch, bei dem Ausstieg handle es sich um einen Akt von „diplomatischem Vandalismus“.

Mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 sollte verhindert werden, daß der Iran Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug sollten Sanktionen und Handelsbarrieren des Westens fallen. Das Atomabkommen gilt als eines der wichtigsten, wenngleich auch als eines der umstrittensten internationalen Abkommen während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Obama. Trump verkündete dann im Mai 2018 einseitig den Ausstieg der USA aus der Vereinbarung. Die US-Regierung verschärfte ihre Sanktionen, um die Führung in Teheran zum Abschluß eines neuen Abkommens mit schärferen Auflagen zu zwingen. Als Reaktion hält sich der Iran nicht mehr an alle Auflagen.

Die Veröffentlichung von Auszügen aus den vertraulichen E-Mails ist in Großbritannien heftig umstritten. Scotland Yard hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen, um herauszufinden, wer die Schreiben des Botschafters an die Presse weitergegeben hat. Gleichzeitig sprach die Polizei eine Warnung aus: weitere Veröffentlichungen aus den vertraulichen Dokumenten könnten eine Straftat darstellen.

Veröffentlichungen über Darrochs Botschafterdepeschen in der „Mail“ hatten vergangene Woche einen diplomatischen Schlagabtausch zwischen Washington und London ausgelöst. US-Präsident Trump bezeichnete den britischen Botschafter unter anderem als „dummen Kerl“ und „aufgeblasenen Deppen“ und kündigte die Zusammenarbeit auf, weil dieser die US-Regierung in seinen E-Mails als „unfähig“ bezeichnet hatte. Darroch nahm daraufhin seinen Hut.