Spanien: VOX-Partei will Kreuze schützen lassen

26.02.2021

Im spanischen Zaragoza will die rechtspopulistische VOX-Partei jetzt Kreuze im öffentlichen Raum vor „antichristlicher Phobie“ schützen. Denn: „Kultur und Glaube sind zunehmend unter Beschuß“, argumentiert die Partei.

VOX-Stadträtin Carmen Rouco teilte mit, man wolle zunächst eine Bestandsaufnahme der im öffentlichen Raum der Stadt vorhandenen Kreuze durchführen. Ein entsprechender Antrag sei an die Stadtregierung – eine Koalition aus der rechten Volkspartei (PP) und den liberalen Ciudadanos – ergangen. Diese solle zusammen mit der Erzdiözese eine Übersicht erstellen, um das „kulturelle Erbe zu schützen“; christliche Kreuze seien eines der markantesten Elemente des kulturellen Erbes Spaniens.

Dieses sei aber immer häufiger böswilligen Angriffen ausgesetzt. Ursache dafür seien nicht zuletzt „ideologische Gesetze, die auf Initiative der sozialistischen PSOE eingeführt wurden“, sagte Rouco.

Die jüngste Entfernung eines Kreuzes vor einer Kirche fand erst im Januar in der Provinz Córdoba (Andalusien) statt, und zwar auf der Grundlage des sozialistischen Erinnerungsgesetzes von 2007, das sich u.a. mit Erinnerungsstücken an die Franco-Zeit beschäftigt. Andalusiens regionaler Ombudsmann Jesus Maeztu sprach sich ausdrücklich für die Entfernung von Kreuzen aus, die während der Franco-Diktatur errichtet wurden, und sagte, er werde eine Liste mit christlichen Symbolen erstellen, die abgerissen werden sollen.

Das will die VOX-Partei nicht akzeptieren. Sie schlägt vor, die Kreuze im öffentlichen Raum unter den Schutz des Staates zu stellen, indem sie in die Liste des kulturellen und historischen Erbes aufgenommen werden. Stadträtin Rouco erinnerte daran, daß Artikel 16 der spanischen Verfassung die Freiheit der Weltanschauung, der Religion und des Gottesdienstes garantiert und daß das autonome Statut Aragons die lokalen Regierungsbehörden zum Schutz des kulturellen Erbes verpflichtet.