SIPRI-Institut: Die Corona-Krise macht die Welt nicht friedlicher

14.05.2020

Die weltweite Corona-Krise könnte auch den Frieden in weiten Teilen der Welt fragiler machen. Zu diesem Befund kommt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri. Dessen Direktor Dan Smith rechnet infolge der Corona-Krise mit einer Verschärfung internationaler Konflikte. „Das trifft insbesondere auf den Irak und Syrien zu“, sagte Smith.

Im Irak etwa gebe es Anzeichen für ein Wiedererstarken der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). „Im Jemen könnten sich die Fronten verhärten. In Afghanistan ist im Zuge der Corona-Krise mit einem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban zu rechnen.“

Aber auch am Horn von Afrika und in Teilen Westafrikas wie zum Beispiel in Nigeria oder Mali drohen dem Friedensforscher zufolge neue Spannungen. „Die Menschen bekommen nicht die Unterstützung, die sie brauchen. Einige werden sich daher gewalttätigen Milizen anschließen, die ihnen Hilfe wie etwa den Zugang zu Nahrungsmitteln versprechen“, sagte Smith.

Es gebe zwar auch Akteure, die ihre Handlungen zurückgefahren hätten. Verschiedene Gruppen etwa im Jemen oder auf den Philippinen hätten den Appell von UN-Generalsekretär Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe zur Bekämpfung von Corona beherzigt. „Andere Gruppierungen haben die Krise hingegen zum eigenen Vorteil ausgenutzt.“