Sensation: US-Militär im Nahen Osten erstmals ohne absolute Luftüberlegenheit

10.05.2021

Das US-Militär schlägt Alarm: im Nahen und Mittleren Osten ist die unangefochtene amerikanische Luftüberlegenheit angeblich erstmals seit dem Koreakrieg in Gefahr. Als Grund dafür werden unbemannte iranische Drohnen genannt, die im Luftraum über den Krisenherden der Region immer häufiger und offenbar auch immer effizienter zum Einsatz kommen. Diese Einschätzung gab jetzt der Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten, CENTCOM-Chef General Frank McKenzie, gegenüber dem US-Kongreß ab.

Iran stelle eine „tägliche Bedrohung“ für die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten dar, sagte McKenzie. Die Region sei ein Knotenpunkt globaler Interessen und die historisch wichtigste Region für ausländische Mächte, in der sie um Einfluß und Ressourcen rivalisieren.

Seit Januar hätten von Iran unterstützte Huthi im Jemen mehr als 150 ballistische Raketen-, Marschflugkörper- und Drohnenangriffe gegen „Militär-, Infrastruktur- und zivile Ziele“ in Saudi-Arabien abgefeuert, erklärte McKenzie und warnte in diesem Zusammenhang, daß der weitverbreitete Einsatz kleiner und mittlerer iranischer Drohnen für die Luftüberwachung und den Angriff bedeute, daß „wir zum ersten Mal seit dem Koreakrieg ohne vollständige Luftüberlegenheit operieren“.

Aber nicht nur der Iran durchkreuzt die US-Interessen in der Region. McKenzie hob auch die wachsende regionale Präsenz Chinas und Rußlands im Nahen Osten hervor. Beide Staaten nutzten ihre Nähe zur Region, ihre historischen Beziehungen und den wahrgenommenen Rückgang des US-Engagements im Nahen Osten, um „opportunistische“ Beziehungen aufzubauen und zu stärken.

Rußland spiele dabei „die Rolle des Spielverderbers“ für die USA, indem es militärische Mittel einsetzt, Operationen und Aktivitäten in der Grauzone durchführt, um den Einfluß der USA im Nahen Osten zu untergraben, sagte der US-General. China hingegen „nutzt überwiegend wirtschaftliche Mittel, um regionale Straßen zu etablieren, mit dem langfristigen Ziel, seine militärische Präsenz zu erweitern, um lebenswichtige Energie- und Handelsrouten zu sichern“. Das sind Ziele, die den USA natürlich völlig fernliegen.