Russlands Präsenz am Horn von Afrika: Demnächst russische Marinebasis in Port Sudan

21.11.2020

Rußland verstärkt seine strategische Präsenz in Afrika und will jetzt einen Marinestützpunkt im Sudan eröffnen. Das sieht der Entwurf einer Vereinbarung zwischen beiden Ländern vor, wie aus einem jetzt von der russischen Regierung veröffentlichten Dokument hervorgeht.

Der Stützpunkt im Nordosten Afrikas am Roten Meer soll demnach der Marine als Logistikzentrum und zur Wartung ihrer Kriegsschiffe dienen. Die Basis wird am nördlichen Stadtrand von Port Sudan errichtet. Das Rote Meer ist eine der wichtigsten Handelsstraßen der Welt. Die Militärbasis sei rein defensiver Natur und nicht gegen andere Staaten gerichtet, heißt es in dem diesbezüglichen Dokument der russischen Regierung. Zudem könne die militärische Präsenz zum Erhalt von Frieden und Stabilität in der Region beitragen.

Rußland hatte erst vor einem Jahr einen Gipfel mit 10.000 Vertretern aus mehr als 50 Ländern Afrikas veranstaltet. Mit einzelnen afrikanischen Staaten unterhält das russische Militär bereits Abkommen über eine Zusammenarbeit. Der Sudan war unter Präsident Omar al-Baschir viele Jahre isoliert und steckt noch immer in einer Wirtschaftskrise. Bei einem Besuch des damaligen sudanesischen Präsidenten al-Baschir in Moskau im November 2017 wurden Vereinbarungen über eine russische Unterstützung bei der Modernisierung der sudanesischen Streitkräfte getroffen. In diesem Zusammenhang äußerte die Regierung in Khartum, man sei daran interessiert, die Frage der Nutzung der Stützpunkte am Roten Meer mit Moskau zu verhandeln.

Al-Baschir hatte Kremlchef Putin 2017 sogar ausdrücklich aufgefordert, sein Land vor den USA zu „schützen“.