Polnischer Präsident Morawietzki: Nord Stream 2 ist „eine Wunde in Europa“

26.04.2021

Nach monatelangen amerikanischen Störversuchen interveniert jetzt der polnische US-Vasall erneut gegen das russisch-deutsche Pipeline-Projekt Nord Stream 2, das kurz vor der Vollendung steht. Der polnische Ministerpräsident Morawiecki hat Deutschland aufgerufen, auf die Umsetzung des Projekts zum Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zu verzichten – aus Gründen der „europäischen Solidarität“.

Nach einem Treffen mit dem slowenischen Ministerpräsidenten Jansa am Donnerstag in Warschau wurde Morawiecki melodramatisch: „Im Streit mit einigen Staaten muß ein Element hervorgehoben werden, das schon immer eine Wunde in Europa gewesen ist und ein Thema bleibt, welches in der Weise gelöst werden muß, daß die europäische Solidarität nicht zu Schaden kommt. Das ist Nord Stream 2.“

Mit Blick auf jüngste Merkel-Äußerungen fuhr der polnische Staatschef dann fort: „Es werden Stimmen aus Deutschland laut, daß es keinen Unterschied gebe zwischen einem Gasmolekül, das durch Nord Stream 1 und dem, das über Nord Stream 2 oder aber über Weißrußland, Polen oder die Türkei transportiert wird. (…) Es gibt aber einen riesigen Unterschied. Und zwar nicht in Bezug auf die chemische Zusammensetzung, sondern es gibt einen politischen, einen gesellschaftlichen Unterschied, einen Unterschied für die Sicherheit Europas.“

Als deutsch-russisches Projekt destabilisiere Nord Stream 2 Europa und setze das Sicherheitsniveau Europas herab. „Wir appellieren vor allem an Deutschland, auf das Projekt zu verzichten und damit aufzuhören, Einfluß auf die faktische Destabilisierung in diesem Teil Europas auszuüben. Dies könnte für die EU, ja für viele Länder unserer Region sehr gefährlich sein. Deshalb rufen wir zu einer Solidarität auf dieser Ebene auf“, forderte Morawietzki.

Die Bundesregierung hält bislang unerachtet des Drucks der USA und ihrer Vasallen an Nord Stream 2 fest.