Polen besteht auf deutschen Reparationen

06.09.2019

Wer sich zum Wurm macht, muß sich nicht wundern, wenn er getreten wird – dieses Sprichwort wird Bundespräsident Steinmeier dieser Tage vielleicht in den Ohren klingen. Denn gerade einmal zwei Tage nach seinem tiefen Kniefall zum 80. Jahrestag des Kriegsausbruchs 1939 tritt Polen schon wieder nach und pocht auf Reparationen.

Der polnische Reparations-Beauftragte Mularczyk bekräftigte jetzt die Entschädigungsforderungen Warschaus. Deutschland habe bis heute keine Wiedergutmachung an Polen für die Zerstörungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs geleistet, sagte Mularczyk am Dienstag dem Sender TVP Info.

Es reiche nicht aus, um Verzeihung zu bitten und sich zur Schuld zu bekennen. „Für die Schäden muß man Polen bezahlen. Und daran werden wir auch konsequent erinnern“, sagte der Beauftragte.

Bei den Gedenkfeiern am 1. September zum 80. Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen hatte Bundespräsident Steinmeier in Wielun und Warschau die Polen um Vergebung gebeten und dabei an Unterwürfigkeit und Selbstbezichtigungen alles Vergangene noch einmal getoppt.

Schon in den Tagen davor hatten sowohl Polens Regierungschef Morawiecki als auch Staatspräsident Duda die Forderung nach Reparationszahlungen wiederholt. Deutschland betrachtet die Reparationsfrage jedoch als abgeschlossen.

Mularczyk leitet eine Arbeitsgruppe des polnischen Parlaments, die die Ansprüche gegenüber Berlin untersucht. Der Bericht der Arbeitsgruppe soll im Herbst vorgelegt werden. Gerüchteweise ist von einer Reparationsrechnung in Höhe von 800 Milliarden Euro die Rede. Nicht bekannt ist, ob Warschau dabei den Gegenwert der seit 1945 polnisch besetzten deutschen Ostgebiete eingerechnet hat.