Multipolare Welt: Iran schließt sich fester an China an

05.04.2021

Und wieder ein fragwürdiger „Erfolg“ der westilichen Sanktionspolitik: der Iran, eines der prominentesten Opfer westlicher, vor allem US-amerikanischer Boykotte, hat jetzt mit China ein umfangreiches Kooperationsabkommen mit einer 25jährigen Laufzeit unterzeichnet. Damit sei der Weg frei für Investitionen Chinas in Milliardenhöhe, hieß es am Samstag im Staatsfernsehen. Im Gegenzug will der Iran Öl zu günstigen Preisen liefern. Auch eine Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet soll geplant sein. Irans Präsident Hassan Rouhani bezeichnete die Zusammenarbeit mit China als strategisch.

„Wir wollen China als einen großen Handelspartner des Irans“, sagte Rouhani laut Webportal des Präsidialamts in seinem Treffen mit dem chinesischen Außenminister Wang Yi. Er hatte das Abkommen schon zuvor als ein strategisch wichtiges Projekt für das Wirtschaftswachstum im Iran sowie Stabilität und Frieden in der Region bezeichnet. Das iranische Außenministerium nannte das Dokument einen Plan für eine Zusammenarbeit bei Handel, Wirtschaft und Transport „mit einem besondern Fokus auf den Privatsektor beider Seiten“.

Für China ist das Abkommen mit Teheran Teil seiner ehrgeizigen Seidenstraßen-Initiative. China ist bereits jetzt der wichtigste Handelspartner des Iran.

Iran steckt nicht zuletzt wegen der von den USA verhängten Sanktionen in einer Wirtschaftskrise, die sich infolge der Corona-Epidemie noch verschärft hat. Da auch der neue US-Präsident Joe Biden die Sanktionen kurzfristig nicht aufheben will, richtet sich Teheran nun noch mehr nach China und Rußland aus. Auch beim Schanghaier Kooperationsabkommen (SOC), das vor allem von Rußland und China getragen wird, hat Teheran bereits einen Beobachterstatus inne.