Mathematik kann "rassistisch" sein - wer hätte das gedacht?

27.02.2021

Die political correctness treibt immer krudere Blüten. Jetzt ist angeblich auch Mathematik „rassistisch“. Das Bildungsministerium des US-Bundesstaates Oregon will deshalb künftig Lehrer-Kurse für „Ethnomathematik“ anbieten. Dabei geht es allerdings weniger um diverse und zusätzliche Lösungsansätze als um Ideologie.

Der Fokus der Fortbildungsmaßnahme soll darauf liegen, daß korrekte Rechenergebnisse als Manifestation von „weißer Vorherrschaft“ entlarvt werden. So solle der „Rassismus in der Mathematik“ entschärft werden.

Die Veranstaltung, die sich vor allem an Mittelschullehrer richtet, werde in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro des San Meteo County in Kalifornien, dem „Education Trust-West“ und anderen Institutionen angeboten.

Als Unterlage wird für den Kurs unter anderem ein Themenheft verwendet, das „Übungen für Lehrende zur Reflexion eigener Voreingenommenheit zum Zwecke der Transformation der eigenen Lehrpraxis“ enthält. Im Vordergrund stehen die Demaskierung „weißer Vorherrschaftskultur“, die Mathe-Klassen infiltriere, und Fragebögen, die „selbstkritische“ Fragen enthalten wie jene, ob man sich „in antirassistischer Weise im Unterricht engagiert“ habe.

Das Konzept des „Entschärfens von Rassismus“ geht dabei davon aus, daß „wir in einer toxischen Kultur leben, die uns alle beeinflußt“. Die Dynamik dieser Kultur bestehe darin, daß „wir davon abgehalten werden sollen, sie zu sehen“. Deshalb gelte es, zu erkennen, daß und wie „unsere Kultur uns beibringt, zu normalisieren, was nicht normal ist und nie sein soll“.

So erhalte vor allem die übliche Art, in der an US-amerikanischen Schulen Mathematik gelehrt werde und die „weiße Vorherrschaft“ perpetuiere, „institutionelle und systemische Barrieren für Gleichstellung von schwarzen, Latinx [sic] und mehrsprachigen Schülern“ aufrecht.

Auch daß Schüler „nachverfolgt“ würden, basierend auf Vorstellungen Erwachsener, was gut für sie ist, sei ein Charakteristikum „weißer Vorherrschaft“, das „Paternalismus und die Aufrechterhaltung von Macht“ verstärke. Weitere Beispiele seien der Fokus auf Rechenregeln statt auf „konzeptionellem Wissen“ und die Orientierung an standardisierten Zielen.

Bemängelt wird außerdem die Vorstellung, daß es „nur einen richtigen Weg gibt, um Mathematik zu betreiben“. Die derzeit vorherrschende Form, in der Mathematik unterrichtet werde, basiere auf „westlichen, eurozentrischen Formen der Gewinnung und Verarbeitung von Informationen“. Offenbar laufen die Bemühungen der politisch korrekten Mathematiklehrer darauf hinaus, daß künftig auch falsche Ergebnisse als „gleichberechtigt“ anerkannt werden müssen, damit die vorhandenen IQ-Unterschiede leichter angegleicht werden können.