Klimapolitik: : „Die Versorgungssicherheit ist gefährdet“

11.09.2019

Die Unternehmensberatung McKinsey stellt der deutschen „Klimapolitik“, insbesondere dem Kohle- und Atomausstieg, ein vernichtendes Zeugnis aus. Denn: nach dem Ausstieg Deutschlands aus den beiden Schlüsseltechnologien zur Energieerzeugung wäre die Versorgungssicherheit des Landes nicht mehr gewährleistet.

In einem aktuellen Kinsey-Report zur Einschätzung des Standes der Energiewende heißt es nun wörtlich: „Deutschland verfehlt den Großteil seiner selbstgesteckten Ziele für die Energiewende bis 2020. Gleichzeitig ist mittelfristig nach dem beschlossenen Atom- und Kohleausstieg die Versorgungssicherheit gefährdet, wenn die abgeschalteten Kapazitäten nicht rechtzeitig flexibel ersetzt werden und der Ausbau der Transportnetze schneller vorankommt.“

Aber selbst der „Klimaschutz“, den sich die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben hat, wird von McKinsey ungünstig beurteilt. Denn: obwohl eine CO2-Reduktion zu verzeichnen ist, attestiert McKinsey nur 61 Prozent Zielerreichung.

Auch in den Kategorien Primärenergieverbrauch, Stromverbrauch, Kosten für Netzeingriffe, Ausbau Transportnetze, Interkonnektorkapazität (grenzüberschreitende Leitungen) und Wirtschaftlichkeit (Haushaltsstrompreis, EEG-Umlage) werden die Zielmarken verfehlt.

Nur in einer Kategorie werden die Ziele übererfüllt: bei der Stromerzeugung aus „Erneuerbaren“. Mit 37,8 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch ist das 2020er Ziel (35 Prozent) schon heute übererfüllt. Wenn der Zubau die Netzkapazitäten offensichtlich übersteigt und ständig steigende Netzkosten verursacht, stellt sich allerdings die Frage der Koordination und des Managements der sogenannten „Energiewende“.

Logische Reaktion wäre ein Moratorium des Zubaus, bis der nachhängende Netzausbau den regenerativen Einspeisungen gewachsen ist und keine Mehrkosten verursacht. Doch von so viel Koordination und Sachverstand ist die „Klimapolitik“ der Bundesregierung weit entfernt.