Kirchenfeindliche Übergriffe in Ungarn

23.03.2021

Ungarn gehört zu den Ländern, die Christen in aller Welt aktiv unterstützen. So leistet Budapest im Rahmen eines nationalen Hilfsprogramms zum Beispiel Unterstützung für christliche Gemeinden im Nahen und Mittleren Osten, die dort in den letzten Jahren erheblich unter Terror und Vertreibungsdruck zu leiden hatten.

Beobachter wollen nicht ausschließen, daß diese Aktivitäten Ungarns der Hintergrund für mehrere Übergriffe auf christliche Stätten in Ungarn sind, über die ungarische Medien derzeit berichten.

So wurde die griechisch-katholische Kirche in Gödöllő am Montag schwer beschädigt. Nachdem der Täter mit einer Axt das Kirchentor zerschlug, setzte er die Einrichtung in Brand und goß Farbe auf mehrere Artefakte. Nach dem Täter wird noch polizeilich gefahndet.

Aufnahmen der Überwachungskameras lassen erkennen, wie der Mann die Ikone, die Christus darstellt, niedergeschlagen hatte – offenkundig aus tiefem Zorn. Er führte den Angriff mit einer Wut durch, die bezeugte, daß es sich um eine antichristliche Handlung handelte, betont der örtliche Pastor.

Aus der Bevölkerung erreicht die Kirche in Gödöllö unterdessen eine Welle der Solidarität. Viele Menschen haben ihre Hilfe angeboten. Der materielle Schaden beträgt mehrere Millionen Forint.

Der christdemokratische Abgeordente Imre Vejkey erklärte: „Am 15. März fand eine Vandalismus-Aggression in der Kirche statt. An unserem Nationalfeiertag wurde unser tausendjähriges Christentum offen angegriffen.“ Azbej Tristan, Staatssekretär, der für die Unterstützung verfolgter Christen zuständig ist, machte darauf aufmerksam, daß das Christentum die am stärksten verfolgte Religion der Welt sei.

Ein weiterer kirchenfeindlicher Zwischenfall ereignete sich unmittelbar darauf in der Hauptstadt Budapest. Hier brachen Unbekannte in den Hof der St. Josephs-Kapelle ein und kletterten zum Glockenturm. Dort bliesen sie Chemieschaum ins Innere beider Glocken, wickelten diese dann in Plastikfolie ein und machten die Glocken so unbrauchbar. Auch hier herrscht über Täter und Hintergründe der Tat noch Unklarheit.