Hoher Vatikan-Würdenträger warnt vor Massenimmigration

21.10.2019

Im Vatikan regt sich Widerspruch gegen den linksliberalen Kurs des amtierenden Papstes Franziskus. Er machte sich jetzt in deutlichen Worten eines hohen Würdenträgers der katholischen Kirche Luft: der aus Guinea stammende Kardinal Robert Sarah warnte anläßlich der Neuerscheinung seines Buches vor dem Untergang Europas, seiner Kultur und seiner Werte, sollte die Massenmigration weitergehen. Sarah widerspricht damit ausdrücklich Papst Franziskus, der die Aufnahme von Migranten als biblischen Auftrag sieht und Europa wiederholt aufforderte, Migranten gastfreundlicher aufzunehmen.

Sarahs neues Buch „Bleib bei uns, Herr: der Abend naht und schon fällt der Tag“ sorgt vor allem bei westeuropäischen Linksliberalen für vehementen Widerspruch, weil darin die muslimische Migration als Vorbote des Zusammenbruchs Europas interpretiert wird. Wörtlich sagte der Kardinal: „Wenn der Westen diesen unheilvollen Weg fortsetzt, besteht ein hohes Risiko, daß er – wegen Geburtenmangel – verschwinden wird. Von Fremden überrannt, wird er dasselbe Schicksal erleiden wie das von den Barbaren überrannte Rom. Mein Land ist vorwiegend muslimisch, ich glaube, ich weiß wovon ich rede.“ Sarah ist auch katholischer Prälat im westafrikanischen Guinea, wo 85 Prozent der Bevölkerung Muslime sind.

Als „blanken Wahnsinn“ bezeichnet er die Bestrebungen der EU, die Welt globalisieren und die Nationen mit ihren vielfältigen Charakteren nivellieren zu wollen. Die Brüsseler Kommission sei nur daran interessiert, einen freien Markt zu schaffen und sich in den Dienst der Finanzmächte zu stellen. Sie schütze lieber die Banken als die EU-Bürger.

Massenmigration sei zudem eine neue Form der Sklaverei, denn die nach Europa kommenden Migranten hätten keine Arbeit und keine Würde.

Der Kardinal beklagt auch den politischen Mißbrauch christlicher Glaubensinhalte durch katholische Amtsträger – sie hätten die Lehren Christi verraten, indem sie „politischen Aktivismus“ betrieben. Sie fürchteten, „als Reaktionäre gesehen zu werden, und drücken sich daher nur vage und unklar aus. Aber es ist falsch, im Namen Gottes Migration voranzutreiben“.

Sarah ist seit 2010 römischer Kurienkardinal und dort seit 2014 für liturgische Fragen zuständig. Er gilt als prominente Stimme im Vatikan, wo er dem konservativen Flügel zugerechnet wird. Schon 2015 kritisierte er bei einer Bischofs-Konferenz die Gender-Ideologie und die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) als „apokalyptische Bestien“. Er nannte Homogamie und Polygamie dabei als Bedrohungen für die Familie. Aber auch die „Pseudo-Familie“ eines ideologisierten Islam mit Polygamie, Kinderehe und Frauen-Unterdrückung lehnt Sarah ab. Beide „Radikalsierungen“ seien totalitär und offen christianophob.