Evo Morales kehrt nach Bolivien zurück

10.11.2020

Boliviens sozialistischer Ex-Präsident Morales ist nach einjährigem Exil in Argentinien in sein Heimatland zurückgekehrt. Er überquerte am Montag zu Fuß die Grenze nach Bolivien. Der erste indigene Präsident Lateinamerikas war nach einer von Manipulationsvorwürfen überschatteten vierten Wiederwahl unter dem Druck von Protesten und der Armee Ende 2019 abgetreten und ins Exil gegangen. Dabei hatte insbesondere die Bundesregierung kaum verhohlene Einmischung betrieben und der selbsternannten Putschpräsidentin Jeanine Áñez demonstrativ den Rücken gestärkt.

Als eine der ersten ausländischen Regierungen hatte die Bundesregierung Áñez offiziell als „Interimspräsidentin von Bolivien“ anerkannt, während sich ihre Putschregierung umgehend daran machte, Bolivien außenpolitisch vollständig neu zu positionieren. Mit ostentativer Billigung Berlins versuchte sie Kuba und Venezuela noch mehr in die Isolation zu treiben – ganz im Sinne der Agenda Washingtons.

Jetzt ist der Spuk vorbei. Die überwiegend indigene Wahlbevölkerung Boliviens ließ sich nicht vor den Karren Washingtons und Berlins spannen und stimmte bei der Präsidentschaftswahl Mitte Oktober für Morales’ Parteikollegen Luis Arce. Morales hatte angekündigt, in sein Heimatland zurückkehren zu wollen. Mit der Aufhebung des Haftbefehls wegen Terrorismus und Rebellion gegen ihn vor zwei Wochen wurde ein Hindernis dafür aus dem Weg geräumt. Morales hatte Bolivien zuvor 13 Jahre lang regiert.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil in Argentinien werde er sich nun, verlautete aus der Umgebung des Ex-Präsidenten, auf eine dreitägige, 1.000 Kilometer lange Reise ins zentral gelegene Chimoré begeben, das als eine seiner Wähler-Hochburgen gilt.