Eurasien auf dem Vormarsch: Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit will stärker kooperieren

18.11.2020

Die Mitgliedstaaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) wollen ihre Außenpolitik im Rahmen der UNO künftig stärker aufeinander abstimmen.  Das geht aus einer aktuellen Erklärung der Staats- und Regierungschefs der Länder der SOZ hervor, die die Ergebnisse einer Videokonferenz diese Woche in Moskau zusammenfaßt.

Wörtlich heißt es dort: „Die Mitgliedstaaten bekräftigen ihre Absicht, die außenpolitische Koordination im SOZ-Format im Rahmen der UNO und ihrer Sonderorganisationen sowie in anderen internationalen Plattformen zu verstärken.“

Konkret soll die „Interaktion“ unter den Mitgliedstaaten verstärkt, mehr Konsultationen abgehalten und Kontakte zwischen den Außenministerien, Botschaften und ständigen Vertretungen der SOZ-Mitgliedsländer bei der UNO und anderen internationalen Organisationen etabliert werden.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Erklärung auf vorrangige Tätigkeitsfelder, auf denen die Kooperation besonders intensiviert werden soll: Terrorismusbekämpfung, Syrienkrise, Rüstungskontrolle, Kampf gegen die Finanzierung des Drogenhandels, Sicherung der Stabilität in Eurasien, aber auch: Kampf gegen Diskriminierung im Cyberspace und Bekämpfung der „Politisierung des Sports“.

Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit ist ein internationales Gremium, das sich als derzeit noch lockeres Staatenbündnis des eurasischen Raumes versteht. Es entstand Ende der 90er Jahre auf Initiative Rußlands und Chinas. Derzeit gehören ihm acht Vollmitglieder an: Rußland, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, China, Pakistan, Tadschikistan und Usbekistan. Afghanistan, Weißrußland, Iran und die Mongolei haben einen Beobachterstatus.