Erzbischof von Zypern kritisiert stark die Pläne von Präsident Anastasiades

27.12.2016

In einer sehr seltenen Geste hat der Erzbischof von Zypern Chrysostomos in seiner Weihnachtsbotschaft die in allen Kirchen vorgelesen wird, in ungewöhnlich harter Hinsicht die Politik von Präsident Anastasiades kritisiert und die Art der "Lösung" des Zypern-Konflikts, welche die Umgehung der Notwendigkeit eines Referendums beinhaltet, angegriffen.

"Wir müssen unseren Staat schützen, anstatt seine Auflösung zu verhandeln", lautet die Botschaft des Erzbischofs, der ohne Anastasiades zu nennen, von Punkt zu Punkt die vom Präsidenten verhandelte "Lösung" kritisiert.

Anastasiades, der unter der direkten Aufsicht von Victoria Nuland handelt, versucht nun die Verpflichtung, ein neues Referendum über eine Lösung des Zypern-Konflikts abzuhalten, durch die Annahme einer Teilnahme an einer internationalen Konferenz über die Zypernfrage, die am 12. Januar in Genf stattfinden soll, zu umgehen. Diese Konferenz, die bereits von der Europäischen Kommission unterstützt wird, wird von Verfassungsspezialisten sowohl in Zypern als auch in Griechenland als gegen die UN-Charta, das europäische und internationale Recht und die Verfassungsordnung der Republik Zypern selbst betrachtet.

Die obersten Rechtsexperten sagen, dass nur die Bürgerinnen und Bürger der Republik durch ein Referendum jede Entscheidung über die Souveränität des zypriotischen Staates treffen oder über ihre verfassungsrechtliche Struktur entscheiden können. .

Es ist sehr ungewöhnlich, dass die orthodoxe Kirche von Zypern so kritisch und so offen für die Staatsmacht ist. Die zypriotische Kirche hat großen Einfluss auf die Bevölkerung der Insel (82% davon sind Griechen) und spielte eine wichtige politische Rolle während der osmanischen Besetzung von Zypern und auch als politischer Führer der zypriotischen antikolonialen Revolution von 1955-59 - eine der erfolgreichsten nationalen Befreiungsbewegungen nach dem 2. Weltkrieg.

Erzbischof Makarios wurde von den Briten auf die Seychellen verbannt und dann wurde er aber der erste Staatspräsident. Er war ein prominenter Führer einer Bewegung und stand mutig gegen die Bemühungen der Briten, Amerikaner und Türken, seinen Staat zu zerstören. Im Juli 1974 entkam Erzbischof und Präsident Makarios (im Gegensatz zu Salvador Allende) einem Attentat gegen ihn, dass von Henry Kissinger mit Hilfe der Athener Militärjunta organisiert, die Griechenland von der CIA kontrolliert war.
Trotz der türkischen Militärintervention (auch von Henry Kissinger organisiert) konnte Makarios, als er dem Tod entkommen konnte, die Verkörperung der Kontinuität seines Staates darstellen.